Der Vertrag der Gesellschaft (SoSe 2021)

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Sommersemester 2021

Der Vertrag der Gesellschaft (SoSe 2021)

    Die Rechtsfigur des Vertrages tritt in den Rechtswissenschaften von vornherein als entweder privater oder öffentlich-rechtlicher Vertrag in Erscheinung und wird dann häufig auf seine dogmatische Bedeutung für das jeweilige Rechtsgebiet reduziert. Doch der Vertrag besteht aus mehr als nur einem Angebot und einer Annahme und zeitigt mehr Effekte als die bloße Formalisierung eines Rechtsbindungswillens. Betrachtet man den Vertrag in seinen vielfältigen ökonomischen, politischen und kulturellen Bezügen und Bedingungen sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, ergibt sich eine kaum zu überschätzende Rolle des Vertrages für die Entwicklung moderner Gesellschaften. Schon immer zeichnete ihn in diesem Kontext eine Doppelfunktion aus: Einerseits bot er als Semantik des Gesellschaftsvertrages einen wesentlichen Gründungsmythos des modernen Rechtsstaates, andererseits hat er die praktische Möglichkeit eröffnet, ein Vertrauen unter Fremden zu etablieren, das jenseits von höfischen Bindungen in der Aristokratie lag. Damit hat er einen wichtigen Beitrag zur Dynamisierung der modernen Gesellschaft geleistet, die noch heute von großer Bedeutung ist.

    Das vorliegende Kolloquium zielt darauf, die rechtstheoretischen Vorstellungen des Vertrages als einer für die Moderne prägenden Institution anhand von klassischen wie aktuellen Texten zu diskutieren. Die Zielsetzung besteht darin, dass ein Blick in die Geschichte des Vertrages die Gegenwart besser zu verstehen erlaubt. In dem aktuellen Szenario einer digitalen Welt kommt dem Vertrag als Rechtserzeugungsquelle eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Konstruktion und Reproduktion sozialer Strukturen zu.

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