Kunst und Literatur nach Auschwitz. Theoretische Grundlagen und ästhetische Provokationen

Sommersemester 2021 Kunst und Literatur nach Auschwitz. Theoretische Grundlagen und ästhetische Provokationen

Professorin Dr. Dr. Judith Kasper / Dr. Annika Wienert

Übung (für Studierende der Geschichtswissenschaft) / Seminar (für Studierende der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und des Masters Ästhetik)

Seit Adornos berühmten Verdikt von 1951 (das er selbst wieder kritisch in Frage gestellt hat), dass es barbarisch sei, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben, hat die bis heute anhaltende Diskussion über die Darstellbarkeit des Holocaust überhaupt ebenso wie über die ästhetischen Formen, in denen dies, wenn überhaupt, zu geschehen hat, immer wieder neue Positionen, Aspekte und Objekte hervorgebracht. In diesem Seminar/dieser Übung sollen erstens wichtige Momente in dieser anhaltenden Debatte aufgegriffen und kritisch durchgearbeitet werden. Zum einen die Frage nach den Grenzen und der (Un-)Angemessenheit bildnerischer Mittel und Sprache angesichts der systematischen Ermordung der europäischen Juden und Jüdinnen durch den Nationalsozialismus; zum anderen die Frage nach der Notwendigkeit historischer Forschung und Problematik der Historisierung des Holocaust, der Spannung zwischen Geschichte und traumatischem Gedächtnis. Texte von Theodor W. Adorno, Claude Lanzmann, Georges Didi-Huberman, Dan Diner, Saul Friedlander, Hayden White u.a. sind hier wichtige Referenzen.

Zweitens ist vorgesehen, dass wir uns gemeinsam mit ausgewählten künstlerischen, filmischen und literarischen Beiträgen auseinandersetzen, die in reflektierter Weise ästhetische Extrempositionen in der Thematisierung und Darstellung des Holocaust bezogen haben (zu nennen wären hier zum Beispiel die Arbeiten von Claude Lanzmann, Art Spiegelman, Zbigniew Libera, Santiago Sierra, Gerhard Richter, Yasmina Réza u.a.).

 

In einem Reader, der auf OLAT zur Verfügung gestellt wird, finden sich die für alle verpflichtenden theoretischen Lektüren zusammengestellt. Sie werden Gegenstand des ersten Teils der Lehrveranstaltung sein, die online stattfindet. Die Arbeit an den paradigmatischen künstlerischen Positionen findet in Einzelabsprache mit den Studierenden statt, die Präsentation dieser Auseinandersetzungen ist im Abschlussblock vorgesehen, den wir hoffnungsvoll als Präsenzveranstaltung planen.

 

Termine:

  1. Donnerstag, 22. April, 14-16 Uhr
  2. Donnerstag, 29. April, 14-16 Uhr
  3. Donnerstag, 6. Mai, 14-16 Uhr
  4. Donnerstag, 20. Mai, 14-16 Uhr
  5. Donnerstag, 27. Mai, 14-16 Uhr
  6. Donnerstag, 10. Juni, 14-16 Uhr
  7. Samstag 3. Juli (ganztägig)

 

Pro Studiengang können 13 Teilnahmeplätze vergeben werden. Die Anmeldung für Studierende der Geschichtswissenschaft ist ab dem 1. März 2021 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/10912694282/CourseNode/93668888136022 Eine Warteliste ist eingerichtet. Die Anmeldung der Studierenden der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und des Masters Ästhetik wird erbeten bis 31. März per Email bei Judith Kasper: kasper@em.uni-frankfurt.de

 

Einführende Literatur: Theodor W. Adorno: „Kulturkritik und Gesellschaft“. In: Gesammelte Schriften, Band 10.1: Kulturkritik und Gesellschaft I, „Prismen. Ohne Leitbild“, Frankfurt am Main 1977; Georges Didi-Huberman: Bilder trotz allem, München 2007; Saul Friedländer (Hrsg.): Probing the Limits of Representation: Nazism and the “Final Solution”, Cambridge 1992.

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