Jüdische Geschichte im Schulgeschichtsbuch und Bildungsmedien

Sommersemester 2022

Jüdische Geschichte im Schulgeschichtsbuch und Bildungsmedien

Dr. Martin Liepach
Übung, 25. April 2022 bis 11. Juli 2022, montags, 14–16 Uhr

In dieser Übung werden aktuelle Geschichtslehrbücher und Bildungsmedien im Hinblick auf die Thematisierung der jüdischen Geschichte im historischen Längsschnitt (vom Mittelalter bis zur Zeit nach 1945) und den damit verbundenen Themen fachwissenschaftlich und didaktisch analysiert.

Jüdische Geschichte wird im Geschichtsunterricht vorrangig in Verbindung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust unterrichtet. Die Materialien in den gegenwärtigen Schulbüchern werfen dazu zahlreiche Fragen auf. Aber nicht nur für diese Epoche gibt es Fragen an die jüdische Geschichte: Wie werden Antisemitismus und Verfolgungsgeschichte im Vergleich zur allgemeinen jüdischen Geschichte thematisiert und in welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Erscheinen Juden nicht nur als Objekte und Opfer von Geschichte, sondern auch als Träger einer eigenen Kultur und Mitgestalter der Moderne? Erfolgt die Thematisierung auf der Grundlage einer Wissenschaftsorientierung um gegen stereotype Bilder anzugehen oder werden diese unflektiert reaktiviert?

Die Analyse der Schulgeschichtsbücher wird Aspekte der historisch-sachlichen Faktizität und ihrer politisch-moralischen Bewertung mit den Formen ihrer didaktischen Umsetzung im Lehrbuch (Autorentext, Text- und Bildquellen, Arbeitsaufträge) verknüpfen. Eingangs der Veranstaltung erfolgt eine kurze methodische Einführung zur Schulbuchanalyse. Die Veranstaltung richtet sich an Lehramtsstudierende. Voraussetzungen: Ausreichende historische Grundkenntnisse über die zu behandelnden Epochen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Die Anmeldung ist ab dem 1. März 2022 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/14011138059 Eine Warteliste ist eingerichtet.

Einführende Literatur: Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, hrsg. im Auftrag des Leo Baeck Instituts von Michael A. Meyer unter Mitwirkung von Michael Brenner. 4 Bände, München 1996/97; Martin Liepach, Wolfgang Geiger, Fragen an die jüdische Geschichte. Darstellungen und didaktische Herausforderungen, Schwalbach/Ts. 2014; Buchreihe Perspektiven deutsch-jüdischer Geschichte, Paderborn 2012ff. (Tobias Brinkmann, Migration und Transnationalität; Klaus Hödl, Kultur und Gedächtnis; Uffa Jensen, Politik und Recht; Rainer Liedtke, Wirtschaft und Ungleichheit; Steven Lowenstein, Religion und Identität; Miriam Rürup, Alltag und Gesellschaft; Stefanie Schüler-Springorum, Geschlecht und Differenz).

 

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