Der Finanzplatz Frankfurt im Nationalsozialismus
Übung, 28. April 2026 bis 14. Juli 2026, dienstags, 10–12 Uhr, Seminarhaus SH 0.108.
Der Finanzplatz Frankfurt erfuhr im Nationalsozialismus eine starke Veränderung: Bei sämtlichen Kreditinstituten sahen sich jüdische Inhaber, Beschäftigte und Kunden mit einer rigiden Verdrängungspolitik, der Vernichtung ihrer beruflichen Existenz und schließlich dem vollständigen Vermögensentzug konfrontiert. Die Übung fragt danach, wie die Frankfurter Sparkassen, Regionalbanken und Großbankfilialen mit ihren jüdischen Beschäftigten und Kunden umgingen, in welcher Weise sie an der „Arisierung“ von Gewerbe und Immobilien beteiligt waren und welche Rolle sie als verlängerter Arm der staatlichen Finanzverwaltung beim Einzug jüdischer Vermögen spielten. Und welchen Beitrag leisteten sie später bei den Bemühungen um Restitution, Entschädigung und Wiedergutmachung? Angesichts des unzureichenden Forschungsstandes liegt ein Schwerpunkt der Übung auf dem Studium neu erschlossener Primärquellen aus staatlichen und privaten Archiven.
Die Anmeldung ist ab dem 1. März 2026 über OLAT möglich.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet.
Einführende Literatur: Carl-Ludwig Holtfrerich: Finanzplatz Frankfurt. Von der mittelalterlichen Messestadt zum europäischen Bankenzentrum, München 1999; Christoph Cornelißen/Sybille Steinbacher (Hrsg.), Frankfurt am Main und der Nationalsozialismus, Göttingen 2024; Friederike Sattler u. a.: 200 Jahre Frankfurter Sparkasse, Stuttgart 2023.