Der Nationalsozialismus im Schulgeschichtsbuch (WiSe 20/21)
Die Herausforderungen des Erinnerns und Gedenkens im öffentlichen Raum, der Frage nach Schuld und Verantwortung sowie des adäquaten Umgangs mit dem Nationalsozialismus zwischen Historisierung und Aktualisierung, vor allem in der Schule, werfen immer wieder neue Diskussionen auf. Schullehrbücher sind bedeutsame Medien der Geschichtskultur, die einer praxisorientierten Kritik unterzogen werden müssen.
In dieser Übung werden einschlägige, jüngere Geschichtslehrbücher im Hinblick auf die Thematisierung des Nationalsozialismus und damit verbundener Themen analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf der Darstellung der jüdischen Perspektive, des Antisemitismus und des Verfolgungsaspekts bis zum Holocaust liegen.
Die Analyse der Schulgeschichtsbücher wird Aspekte der historisch-sachlichen Faktizität und ihrer politisch-moralischen Bewertung mit den Formen ihrer didaktischen Umsetzung im Lehrbuch (Autorentext, Text- und Bildquellen, Arbeitsaufträge) verknüpfen.
Eingangs der Veranstaltung erfolgt eine methodische Einführung zur Schulbuchanalyse.
Voraussetzung: Ausreichende historische Grundkenntnis über die zu behandelnde Epoche.
Die Übung findet voraussichtlich als Online-Veranstaltung statt.
Geplant sind regelmäßige Sitzungen in Form von Videokonferenzen.
Literatur
Deutsch-Israelische Schulbuchkommission (Hg.).
Deutsch-israelische Schulbuchempfehlungen. (Eckert. Expertise.
Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung Band 5)
Göttingen 2015.
Liepach, Martin/ Geiger, Wolfgang: Fragen an die jüdische Geschichte. Darstellungen und didaktische Herausforderungen. Schwalbach / Ts. 2014.
Mittnik, Philipp: Holocaust-Darstellung in Schulbüchern. Deutsche, österreichische und englische Schulbücher im Vergleich. Schwalbach 2017.