Franz Kafka. Literatur als Spiel
Franz Kafka. Literatur als Spiel
LEITUNG: Dr. Thomas Amos
TERMIN: Mo 10:00–12:00 Uhr
VERANSTALTUNGSFORM: Seminar, Onlineveranstaltung
Gegenstand des Seminars sind nicht die drei Romane Kafkas, sondern seine Kurz- und Kürzesttexte, die zwar teilweise nur wenige Zeilen umfassen (und meist ohne eine Handlung im eigentlichen Sinne
auskommen), aber zugleich formal wie inhaltlich derart verdichtet sind, dass man z. B. bei dem 1913 erschienen Band „Betrachtungen“ von Prosagedichten sprechen kann. Kennzeichen dieser meisterhaften Miniaturen sind: fehlende Handlung, Fragmentcharakter, Chiffrenhaftigkeit, hohe Suggestivkraft und, möglicherweise am Wichtigsten, eine grundsätzliche interpretatorische Offenheit. Überaus bedeutend ist das ludische Element: Kafka spielt fortwährend – mit dem Text und dem Leser. Dies macht sie zu einer Ausnahmeerscheinung in der deutschsprachigen Literatur der Zeit – und Kafka zu einem modernen, ja explizit postmodernen Autor.
LITERATUR
• Anz, Thomas: Franz Kafka, München 1992