Die Bundesrepublik der Adenauerzeit
Die Bundesrepublik der Adenauerzeit im Umgang mit der NS-Vergangenheit beim Aufbau der bundesdeutschen Justizbehörden
LEITUNG: Ralf Heikaus
TERMIN: Mi 12:00–14:00 Uhr
RAUM: H II Campus Bockenheim
VERANSTALTUNGSFORM: Vorlesung, Präsenzveranstaltung
Lag der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer mit seiner Einschätzung richtig, dass der neue Staat, die Bundesrepublik Deutschland, zwar gegen die Ideologie des Nationalsozialismus, nicht aber gegen die Mehrheit des Volkes eingerichtet werden konnte? Trug die von ihm betriebene Amnestie- und beamtenrechtliche Rehabilitationspolitik nicht wesentlich dazu bei, dass infolge des „kommunikativen Beschweigens“ der NS-Vergangenheit zahllose NS-Verbrechen ungesühnt blieben, ja dass in der jungen Demokratie die Wiedereinstellung der Täter in ihre früheren Positionen und ihr Pensionsanspruch zum Regelfall wurde? So prägte denn auch das Bemühen, nicht die NS-Vergangenheit, wohl aber ihre Akteure in den neuen demokratischen Staat zu integrieren, die „Vergangenheitspolitik“ der Ära Adenauer!
Görtemaker, Manfred & Safferling, Christoph: Die Akte Rosenburg, München 2016